LTE (Long Term Evolution) bezeichnet den nächsten Mobilfunkstandard, der UMTS schon im Jahr 2011 in vielen Regionen ablösen wird. LTE wird sich als neuer Standard zweifelsfrei durchsetzen, und das aus zwei Gründen: Zum einen wird das mobile Internet durch LTE schneller, zum anderen soll LTE die so genannte “weißen Flecken” auf der DSL-Landkarte schließen, sprich: Breitband über ganz Deutschland bringen.

LTE kommt 2011

Die für das LTE-Netz vorgesehenen Funkfrequenzen wurden im Mai 2010 versteigert. Die Netzbetreiber Telekom Deutschland, Vodafone und Telefónica Germany (o2) zahlten insgesamt 4,4 Milliarden Euro für die Lizenzen. Gleich danach begannen Sie mit Tests, um Erfahrungen mit LTE zu gewinnen. Im Spätsommer 2010 waren die ersten Mobilfunkmasten aufgerüstet, die ersten kommerziellen Angebote wurden im Herbst/Winter 2010 ausgerollt. 2011 soll es richtig losgehen.


Der neue Mobilfunkstandard LTE verspricht theoretische Downloadraten
von bis zu 100 Mbit/s – so macht LTE die UMTS-Technik zur Schnecke.

LTE erlaubt bereits in der ersten zur Einführung anstehenden Version mobile Internetverbindungen mit bis zu 100 MBit pro Sekunde. Damit werden selbst die schnellsten gegenwärtig angebotenen Festnetz DSL Anschlüsse (VDSL mit bis 50.000 Mbit/s) um das Doppelte übertroffen. Wenn DSL-Vergleiche im Internet bisweilen noch schnellere Angebote liefern, so liegt das daran, dass oft Internetanschlüsse über das Fernsehkabel, beispielsweise von Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW, mit in den Vergleich einbezogen werden.

LTE ist 14 Mal schneller als UMTS

Die schnellste gegenwärtig flächendeckend angebotene UMTS-Variante bringt es nur auf vergleichsweise bescheidene 7,2 Mbit pro Sekunde, wird mit LTE also um ungefähr das 14-fache übertroffen. Folgerichtig haben sich T-Mobile und Vodafone bereits auf LTE als nächsten Mobilfunkstandard festgelegt. o2 ging anfangs einen anderen Weg und setzte stattdessen auf die neueste UMTS Generation HSDPA+, die es immerhin auch auf 28 Mbit pro Sekunde bringt. Aber auch o2 arbeitet mittlerweile an einer möglichst großen LTE-Netzabdeckung.

LTE ersetzt DSL in unterversorgten Gebieten

Angesichts der möglichen Geschwindigkeiten ist es naheliegend, LTE auch als Ersatz für DSL-Anschlüsse zu nutzen – und genau das müssen die Netzbetreiber auch anbieten. LTE wird in jenen Gebieten, die noch kein DSL liegen haben, der Breitbandstandard. Statt terristrischem DSL gibt’s also Breitband über Mobilfunk. Diese Gegenden wurden noch vor den Städten mit LTE versorgt. Eine nicht hundertprozentige DSL-Verfügbarkeit ist somit Geschichte.

Bandbreiten von bis zu 350 Mbit/s sind mit LTE denkbar

Die technischen Grenzen von LTE sind gegenwärtig noch gar nicht erkennbar. Eine neuere Version (LTE Advanced) mit der aus heutiger Sicht fast unglaublichen Geschwindigkeit von 350 Mbit pro Sekunde ist bereits technisch realisierbar, an noch erheblich schnelleren Versionen wird bereits gearbeitet. Das führt dazu, dass Hersteller von Handys noch gar nicht in der Lage sind, entsprechend schnelle Mobiltelefone herzustellen. Selbst mit 100 Mbit pro Sekunde (entspricht DSL 100.000) stoßen sie bereits an Grenzen des heute technisch Machbaren.

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